Kleinwasserkraftwerk Utschbach

Das Kleinwasserkraftwerk Utschbach ist ein Ausleitungskraftwerk.

Die Wasserfassung ist mittels einer Tiroler Wehr ausgeführt. Darunter versteht man eine feste Wehr, die insbesonders für Gebirgsbäche mit großem Grobgeschiebetrieb und starkem Gefälle entwickelt wurde. Das Tiroler Wehr dient nur in geringem Ausmaß der Wasserstauung, viel mehr dient es zur Wasserentnahme und Weiterleitung an eine Turbine einer Wasserkraftanlage. Das im Vorbecken und im Entsander zurückgehaltene Geschiebe wird durch eine Spülöffnung wieder in das Fließgewässer zurück geleitet. Die Druckrohrleitung verläuft fast ausschließlich auf öffentlichen und geradlinig verlaufenden Weggrundstücken, die vom Krafthaus direkt zum Fassungsbereich führt. Der Höhenunterschied hat eine Bruttofallhöhe von 44,63 m.

Das Krafthaus wird am südwestlichen Randbereich der Liegenschaft Derler errichtet. Die Stromerzeugung erfolgt mit einer Pelton-Turbine. In der Pelton-Turbine strömt das Triebwasser in einem Strahl mit sehr hoher Geschwindigkeit aus einer oder mehreren tangential zum Umfang des Laufrades angeordneten Düsen auf die Schaufeln des Laufrades. Jedes der bis zu 40 Schaufelblätter ist durch eine scharfe Kante, die so genannte Mittelschneide, in zwei annähernd halbkugelförmige Halbschaufeln geteilt, so genannte Becher. In der Mitte der Schneide trifft der Wasserstrahl aus den Düsen tangential auf. Die Becher haben die Funktion, das Wasser in die entgegengesetzte Richtung umzulenken, damit die kinetische Energie nach dem Prinzip von Actio und Reactio an das Laufrad abgegeben werden kann.

Die Ausbauleistung beträgt 122 kW und wird in das örtliche Stromnetz eingespeist. Der Trafo befindet sich ca. 35 m vom Krafthaus entfernt. Die Rückleitung des Triebwassers in den Utschbach erfolgt über einen ca. 58 m langen Freispiegelwasserkanal.